Ist das UnFrieden?



Frieden - was ist das eigentlich? Frieden - wie geht das eigentlich?

Viele Jahrzehnte haben wir uns in Deutschland diese Fragen so konkret nicht mehr gestellt.


Nun brauchen wir Antworten und es scheint keine Zeit zum Nachdenken zu bleiben.

Sind wir als Friedensstifter aktiv wenn wir Rüstungsgüter in die Ukraine liefern?

Wo hört Frieden auf und wo fängt Unfrieden an?

Ist das humanitäre Hilfe wenn wir Kampfflugzeuge, Panzer, vollautomatische Handfeuerwaffen und Kriegsschiffe in Regionen liefern, in denen die Menschen durch Katastrophen, Kriege und Krisen Not leiden?


Maschinengewehre zählen zu den Kleinwaffen.

Helfen Kleinwaffen ein klein bißchen, Frieden zu stiften oder sorgen Kleinwaffen ein klein bißchen für Unfrieden?


Tausende Menschen hat der Krieg in der Ukraine bereits das Leben gekostet.

Über 4 Millionen Menschen sind in Folge des Krieges und aufgrund der Angriffe des russischen Militärs bereits geflohen.


Viele individuelle Schicksale - alle voller Leid und Schmerz und es scheint kein Raum zum Trauern zu bleiben.

Der Krieg in der Ukraine ruft alte Ängste hervor. Er wühlt auf - nicht nur die Menschen in der Ukraine.

Wir erleben ein kollektives Trauma und es wird über Generationen hinweg wirken und wir alle werden die Folgen kollektiver Gewalt spüren.


Wozu bin ich bereit? Wozu wäre ich in der Lage?

Was wäre wenn es plötzlich um mein Schicksal, um mein Zuhause, um meine Familie und um meine Freunde gehen würde?

Was wäre wenn es für mein Leid und meinen Schmerz keinen friedvollen Raum zum Trauern gäbe?


Gemäß Rosenberg erfordert „Frieden … etwas weitaus schwierigeres als Rache auszuüben oder nur die andere Wange hin zu halten; es erfordert empathisch mit den Ängsten und unerfüllten Bedürfnissen umzugehen, welche den Antrieb liefern, sich gegenseitig anzugreifen."


Für uns geht es mit der GFK also um mehr, als sich gegen den vermeintlich „gemeinsamen Feind“ Putin zu verbünden. Wir sind eben nicht die ‚Guten‘ hier und dort ist ‚der Böse‘.


Und was heißt das konkret?

Sind wir als Friedensstifter aktiv wenn wir Flüchtlinge aufnehmen, Geld- und Sachspenden sammeln oder zu Friedensdemos gehen?

Wo fängt wirksam werden an und wo sind wir wirkungslos?

Wo hört Unfrieden auf und wo fängt Frieden an?


Sind wir als Friedensstifter aktiv wenn wir für Verbindungen zwischen Menschen sorgen, wenn wir respektvoll sprechen oder Zeit in Stille verbringen?

Wo fängt wirksam werden an und wo sind wir wirkungslos?

Wo hört Unfrieden endlich auf und wo fängt wieder Frieden an?


Ist das Frieden wenn ich entspannt in Deinem Arm liege darf und Deinem Atemrhythmus lausche?

Und falls es Frieden ist: wer hat diesen Frieden in welcher Form gestiftet?

Ist das Unfrieden wenn ich nicht alles mit Dir teile weil ich vermute, dass es Dir und Deinem Wohlbefinden nicht dienlich ist?

Und falls es Unfrieden ist: kannst Du meine guten Gründe sehen?


Sind wir als Friedensstifter aktiv wenn wir Menschen spüren lassen, dass ihre Gefühle und Bedürfnisse ebenso wichtig und wertvoll sind wie unsere?

Erlebe ich mich selbst als wirksam wenn ich mir und auch meinem Gegenüber unterstelle, das Beste getan zu haben was in dem Augenblick für uns jeweils möglich war?

Welche Art von Frieden wünsche ich mir und was bin ich dafür bereit zu geben?



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