
Frauen gehören dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden.
Ruth Bader Ginsburg (Bild von Lynn Gilbert, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61430764

Ruth Bader Ginsburg hat einen großen Teil ihres Lebens dafür gearbeitet, dass Gleichheit nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag wirkt.
Denn es geht um eine sehr konkrete Frage:
Haben Menschen tatsächlich die gleichen Rechte, die gleichen Chancen und die gleiche Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten?
Bei Frauen ist die Antwort auch heute noch nicht immer Ja.
Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, übernehmen einen größeren Teil unbezahlter Sorgearbeit und sind deutlich häufiger von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffen. Noch immer beeinflussen Geschlecht, Familienarbeit und Rollenbilder berufliche Chancen und wirtschaftliche Sicherheit.
Gleichstellungspolitik muss deshalb dort konkret werden, wo Ungleichheit konkret wird.
Bei der Bezahlung.
Bei Sicherheit und Schutz vor Gewalt.
Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Bei medizinischer Versorgung.
Bei politischer und wirtschaftlicher Teilhabe.
Ruth Bader Ginsburg hat immer wieder darauf hingewiesen, dass starre Vorstellungen darüber, was Frauen oder Männer angeblich tun sollten, am Ende beiden Geschlechtern Freiheit nehmen.
Deshalb verstehe ich Gleichstellung nicht als Kampf der Geschlechter.
Ich verstehe sie als Freiheitsfrage.
Und als Auftrag an Politik, dort Hindernisse abzubauen, wo sie Menschen daran hindern, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu führen.